Jahresrückblick 1987

ÖSTERREICHISCHE RALLYE STAATSMEISTERSCHAFT 1987

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TERMINKALENDER

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#5
#6

12. Int. AVA-BANK SCHNEEROSEN Rallye
11. Int. LAVANTTALER Frühlings Rallye  [ERC-2]
1. Int. NIEDERÖSTERREICH Rallye
3. Int. SALZBURG Rallye  ABGESAGT
Int. ARBÖ Kärntner VARTA Rallye  [ERC-1]
9. Int. STEIERMARK Rallye
7. Int. SEMPERIT Rallye  [ERC-1]

Heidenreichstein (NÖ)
Wolfsberg (K)
Gloggnitz (NÖ)
Bad Hofgastein (S)
Klagenfurt (K)
Admont (ST)
Waidhofen/Thaya (NÖ)

20. – 21. Februar 1987
27. – 29. März 1987
01. – 02. Mai 1987
15. – 17. Mai 1987
18. – 19. September 1987
24. – 25. Oktober 1987
05. – 07. November 1987

Jahresrückblick 1987:

Es ist Jahr Eins nach der Gruppe B. 1987 sind nur mehr die seriennahen Gruppe A Fahrzeuge für den Kampf um den Staatsmeistertitel zugelassen, eine überraschend große Vielfalt an Herstellern beteiligen sich an der Meisterschaft: Audi mit Staatsmeister Georg Fischer und Ernst Harrach, Lancia mit Franz Wittmann, Mazda mit Wilfried Wiedner und Fritz Waldherr, Ford mit Andreas Karasek, sporadisch auch Opel mit Sepp Haider sowie die Privatfahrer Raimund Baumschlager (Toyota), Christoph Dirtl (Renault) und Franz Filzmoser im VW Golf. Dies alles in der Gruppe A wohlgemerkt.

Nachdem der Jänner Rallye endgültig der Hahn abgedreht wurde, und auch andere traditionsreiche Veranstaltungen aus verschiedenen Gründen zum Opfer gefallen sind (ARBÖ Rallye, Salzburg Rallye, Pyhrn Eisenwurzen Rallye, Ring Rallye und Sprint Rallye) ist die Schneerosen Rallye in Heidenreichstein der Auftakt zur diesmal nur 6 Läufe umfassenden Meisterschaft.

Widrigste Bedingungen, für Titelverteidiger Georg Fischer aber eine klare Sache. Der Wiener gewinnt, auch der Tatsache geschuldet dass Franz Wittmann anstatt des noch nicht gelieferten Gruppe A Werkswagens mit einem Auslagenmodell am Ende nur Dritter wird, und sowohl Wilfried Wiedner`s Mazda, als auch der zweite Audi für Ernst Harrach noch nicht einsatzbereit sind. Für die Sensation sorgt aber Franz Filzmoser. Im nur frontangetriebenen VW Golf GTi wird der Oberösterreicher Gesamt-Zweiter, noch vor Wittmann und Gruppe N Sieger Eddy Schlager (Mazda 323).

Mit der Lavanttaler Frühlingsrallye startet der Titelkampf allerdings neu. Diesmal mit Franz Wittmann erstmals im Werks Lancia Delta HF 4WD, Wilfried Wiedner im Mazda 323 und Sepp Haider im Opel Kadett GSi. Bestzeit für den Salzburger in der Auftaktprüfung, auf Platz 3 Gesamt liegend scheidet der Opel Werksfahrer allerdings in der allerletzten Sonderprüfung nach Antriebswellendefekt aus. Ebenfalls nicht im Ziel, Wilfried Wiedner im KIKA Mazda 323, der Tiroler scheitert schon früh nach Turboschaden.

Damit konzentriert sich der Kampf um den Sieg auf Franz Wittmann und Georg Fischer, den der Lancia Fahrer – zumindest bis zur Halbzeit am späten Nachmittag – für sich beansprucht. Die Entscheidung fällt auf den beiden letzten Sonderprüfungen von Schönweg und Prebl, die knapp vor Mitternacht gefahren werden. Und tatsächlich verliert Franz Wittmann allein auf diesen beiden Prüfungen seinen Vorsprung von über einer halben Minute, und muss sich im Ziel um eine einzige Sekunde geschlagen geben. Glücklicher Sieger, Georg Fischer im Audi Quattro Coupe, vor Franz Wittmann und Franz Filzmoser nach einer soliden, fehlerfreien Fahrt im VW Golf GTi. Platz 4 für Andreas Karasek im Ford Sierra RS Cosworth, vor Gruppe N Sieger Alois Pfeifer im Mazda 323 Turbo 4WD.

Mit der Niederösterreich Rallye im Raum Gloggnitz steigt auch Ernst Harrach erstmals ernsthaft in einem Audi Quattro Coupe in die Meisterschaft ein. Nach der Niederlage im Lavanttal, lässt Franz Wittmann im Funkberater Lancia diesmal von Beginn an keine Zweifel aufkommen. Sieben Bestzeiten auf den ersten acht Sonderprüfungen, sein Vorsprung vor den finalen 5 Prüfungen am Nachmittag, beruhigende 45 Sekunden auf Dauerkonkurrent Georg Fischer. Dritter zu diesem Zeitpunkt, Andreas Karasek im bärenstarken heckgetriebenen Ford Sierra, noch vor Ernst Harrach und Wilfried Wiedner.

Allerdings wird das Finale über den Kranichberg und Payerbach für einige Favoriten zum Drama. Zunächst scheidet Andy Karasek im Ford Sierra nach zweifachem Reifenschaden und Unfall aus, kurz später ist auch Wilfried Wiedner weg. Turboschaden wie im Lavanttal, und dann erwischt es auch den Führenden. Franz Wittmann rollt in der letzten Prüfung mit Getriebeschaden aus, damit ist der Weg erneut frei, für dessen Schwager Georg Fischer mit seinem dritten Sieg in Folge.

Rückblickend kann man sogar sagen, der Getriebeschaden am Lancia von Wittmann war noch Glück, denn wäre ihm das nur wenige Monate später in Neuseeland passiert, wo er als erster Österreicher dann einen WM-Lauf gewonnen hat … Ernst Harrach „erbt“ damit Platz 2, allerdings mit mehr als 2 Minuten Rückstand. Dritter und damit „best of the rest“ wird Christoph Dirtl im Renault 5 GT Turbo, der damit nach zwei frühen Ausfällen endlich ein Erfolgserlebnis feiert. Nur eine Sekunde zurück auf Platz 4, der zuverlässige Franz Filzmoser im VW Golf, vor Günther Ziesler als Gruppe N Sieger im neuen Peugeot 205 GTi mit 1,9 Liter Motor.

Für die Meisterschaft bedeutet das vor der langen Pause bis September, Georg Fischer kann sich nach drei Siegen nur mehr selber schlagen, und Wittmann muss auf ein kleines Wunder hoffen.

Erst Mitte September geht es mit der VARTA Rallye in Kärnten weiter. Wieder mit dabei Sepp Haider im Opel Kadett, und das Mazda Werksteam mit dem Schweden Ingvar Carlsson, in diesem Jahr bereits Vierter der Monte Carlo und Schweden Rallye in der WM. Zum Drüberstreuen fährt auch Wilfried Wiedner diesmal ein Werksauto aus der WM, und Ernst Harrach wechselt vom Audi Coupe in den 200er Quattro.

Wie aus der Pistole geschossen startet Sepp Haider im Opel Kadett GSi. Vier Bestzeiten auf den ersten vier Sonderprüfungen der ersten Etappe, die alle in der Nacht gefahren werden. Mit 24 Sekunden Rückstand folgt Franz Wittmann im Lancia, weitere 4 Sekunden zurück Mazda Werksfahrer Ingvar Carlsson und erst auf Rang 4, Georg Fischer im Audi Quattro.

Die zweite, etwas verkürzte Etappe, mit den legendären langen und anspruchsvollen Sonderprüfungen Brückl-Diex und dem Schaida- sowie Luschasattel, steht dann ganz im Zeichen von Franz Wittmann im Lancia Delta. Der Niederösterreicher, noch mit den Eindrücken seines Sieges bei der Neuseeland Rallye im Rücken, degradiert quasi seine Konkurrenz und feiert einen überlegenen Sieg, mit fast 1 ½ Minuten Vorsprung auf Ingvar Carlsson, und fast 3 ½ Minuten vor Sepp Haider im Kadett.

Georg Fischer wird Vierter vor Ernst Harrach, während Wilfried Wiedner nach Reifendefekt fast 6 Minuten verliert und die Rallye nur als Achter beendet. Die Gruppe N entscheidet diesmal Kurt Göttlicher im Mazda 323 als Gesamt-Zehnter für sich, allerdings erst, nachdem Sewi Hopfer im Ford Sierra in Führung liegend nach zwei Reifenschäden über 10 Minuten verliert und entnervt aufgeben muss.

Vorletzter Meisterschaftslauf ist die Steiermark Rallye in Admont, und dort wahrt Franz Wittmann seine letzte Chance in der Meisterschaft. Mit Bestzeiten auf allen 19 Sonderprüfungen gewinnt der Lancia Pilot deutlich vor Georg Fischer bei dessen Premiere im Audi 200 Quattro, während Wilfried Wiedner mit Platz 3 endlich – erstmals in dieser Saison – den Mazda ohne nennenswerte Probleme ins Ziel bringen kann.

Hinter Ernst Harrach – zurück im Audi Coupe Quattro, und Christoph Dirtl im Renault 5 GT Turbo, feiert der Altausseer Sewi Hopfer im Ford Sierra RS Cosworth den ersten Gruppe N Sieg seiner Karriere, ausgerechnet mit nur 2 Sekunden Vorsprung auf seinen Gruppe A Markenkollegen Andreas Karasek. Einziger prominenter Ausfall bei dieser Rallye, Franz Filzmoser im VW Golf GTi nach Differenzialschaden, seinen dritten Rang in der Meisterschaft kann der Oberösterreicher aber dennoch verteidigen.

Großes Finale dann in Niederösterreich bei der Semperit Rallye im Waldviertel. Neben der heimischen Elite sind auch einige starke prominente ausländische Fahrer am Start, allen voran der Argentinier Jorge Recalde in einem Audi Quattro Coupe, dessen Markenkollege Attila Ferjancz aus Ungarn, die Italiener Paolo und Alessandro Alessandrini im Lancia Delta HF 4WD, und, erstmals in diesem Jahr, der Wiener Globetrotter Rudi Stohl in einem weiteren Audi Quattro Coupe.

Die Ausgangslage ist klar. Franz Wittmann muss gewinnen und Georg Fischer sollte wenn möglich das Ziel nicht erreichen, dann kann der Lancia Fahrer die Meisterschaft noch wenden. Aber, man kann es vorweg nehmen, alle Rechenspiele sind vergebens. Denn Wittmann muss seinen Delta noch vor dem Ziel der ersten Etappe – deutlich in Führung liegend – mit defektem Differenzial abstellen. Damit ist Georg Fischer erneut Staatsmeister, nach 1981 und 1986 zum dritten Mal in seiner Karriere.

Nach dem Ausfall von Wittmann übernimmt Jorge Recalde die Führung, der Weltklassepilot, in diesem Jahr bereits Zweiter bei der WM Rallye in seiner Heimat Argentinien, führt am Ende einen fünffachen Audi Triumph an. Denn Rudi Stohl zeigt mit drei Sonderprüfungsbestzeiten auch seine Qualitäten bei Sprint Rallyes und wird Zweiter, vor Ernst Harrach bei einer tadellosen Vorstellung im Audi 200 Quattro. Georg Fischer beendet die Saison auf Platz 4, vor dem vielfachen ungarischen Meister und Vorjahres-Zweiten Attila Ferjancz.

Bester Fahrer in einem frontangetriebenen Fahrzeug wird einmal mehr Franz Filzmoser im VW Golf auf Platz 7 – hinter dem Finnen Saku Vierimaa im Gruppe A Mazda 323 – und beendet die Meisterschaft hinter Fischer und Wittmann auf Platz 3. Zahlreiche Ausfälle, darunter schon zu Beginn Sepp Haider nach einem Ausritt und erneut Wilfried Wiedner, auch der spätere vielfache Staatsmeister Raimund Baumschlager. Der Oberösterreicher, im Vorjahr im Opel Manta 400 Gesamtsieger der Sprint Rallye, scheidet in diesem Jahr im Toyota Corolla bei seiner fünften Rallye in Österreich, zum dritten Mal aus, wird aber bei der populären Barum Rallye im Juni Gesamt-Dritter, und beweist zumindest dort sein großes Talent.

Die Gruppe N Wertung bei der Semperit Rallye sichert sich erneut Sewi Hopfer im Ford Sierra als guter Gesamt-Achter, eine eigene Gruppe N Meisterschaft gibt es 1987 allerdings noch nicht. Dafür aber einen OSK-Pokal, den der Wilhelmsburger Eddy Schlager im Gruppe N Mazda 323 als Gesamt-Fünfter der Meisterschaft gewinnt. Immerhin, Eddy Schlager gewinnt als einziger Gruppe N Fahrer in diesem Jahr eine Sonderprüfung, und zwar bei der AVA-BANK Schneerosen Rallye im Februar.

EINZEL ERGEBNISSE 1987


PUNKTE – ENDSTAND 1987

1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.

FISCHER Georg
WITTMANN Franz
FILZMOSER Franz
HARRACH Ernst
SCHLAGER Eddy
GÖTTLICHER Kurt
HOPFER Sewi
KARASEK Andreas
PFEIFER Alois
DIRTL Christoph

W





ST


Audi Quattro Coupe / 200 Quattro
Lancia Delta HF 4WD
VW Golf GTi
Audi Quattro Coupe / 200 Quattro
Mazda 323 Turbo 4WD (N)
Mazda 323 Turbo 4WD (N)
Ford Sierra RS Cosworth (N)
Ford Sierra RS Cosworth
Toyota Corolla GT (N)
Renault 5 GT Turbo

101 Punkte
  71
  57
  53
  48
  38
  35
  27
  26
  24